Alte Steine, neue Strukturen


Steenpark Warder


Für den Bildhauer Ben Siebenrock war der Steinpark Warder der wichtigste Teil seines Lebenswerks: Große Außenskulpturen aus schleswig-holsteinischen Findlingen und eine beträchtliche Zahl weiterer Kunstwerke aller Art.

In diesem Frühjahr erlag der Künstler seiner langen schweren Krankheit – allerdings nicht ohne seiner Frau Britta Hansen und dem Unternehmer Lars Glindemann eine Botschaft zu hinterlassen: „Es war sein Wunsch, dass sein Lebenswerk in Warder dauerhaft erhalten bleibt“, erklärt Glindemann, „und das ist auch für unseren Betrieb eine Herzenssache“. 2009 hatte er zusammen mit Siebenrock begonnen, den Steinpark aufzubauen – direkt an der Quelle sozusagen, denn der Kiesabbaubetrieb nebenan in Warder förderte jene schweren Brocken zutage, die der Kieler Künstler zu seinen „Lieblingssteinen“ erkoren hatte. Passenderweise gab es auf dem Gelände jenen alten Gutshof, der nun ein Zentrum der Kultur geworden ist, denn nicht nur die Kunstwerke sind hier eingezogen, sondern auch zahlreiche Veranstaltungen wie Lesungen und Musik werden hier veranstaltet.


Zu Beginn der Saison wurde in Park und Firma einiges neu geordnet. Für die Betreuung des Steinparks Warder ist nun die Architektin Julia Voigtlaender von Stülpnagel zuständig, die zusammen mit der Künstlerin Britta Hansen viele Pläne hat: In der Sommersaison bis August findet an jedem ersten Sonntag um 11.30 Uhr eine Führung übers Gelände statt.


Am 3. August ist das Schleswig-Holstein Musik Festival zu Gast: Um 11 Uhr geben die „Erlkings“ ein Kinder- und Familienkonzert. Um 20 Uhr geht es um Schuberts berühmte Lieder wie „Erlkönig“ und „Die Forelle“.


Der 24. August ist ab 19 Uhr der Literatur gewidmet: Adi Keissar (Tel Aviv) und Max Czollek (Berlin) tragen unter dem Titel „Inglourious Poets“ junge Lyrik vor.


Am 7. Oktober schließlich wird ein Erntedankgottesdienst die Saison im Steinpark beenden.


„Das Gesamtkunstwerk Steinpark Warder, dessen Parkanlage durch Ben Siebenrocks Skulpturen geprägt wird, verdient einfach eine große Öffentlichkeit“, sagt der Unternehmer und Kunstförderer Lars Glindemann.


Jens Rönnau Warder
www.shz.de | 26.07.2018