8. Ausgabe, 26.04.2015


Liebe Kunstfreunde!

Was deutsche Bundespräsidenten so alles in goldene Worte gegossen haben, das ist deren Pension vielleicht sogar allemal wert. Man denke nur an Heinrich Lübke in Helmstedt oder einen Satz wie „Das Christentum gehört zur Türkei.“ oder so ähnlich. Oder Gustav Heinemanns Aufforderung an die Bundeswehr: „Dann siegt mal schön!“ Wie meinte er das? Mir fällt so schnell kein Sieg ein, der auf Schönheit beruht. Im Sport? Im Krieg? Bei den Schönheitsprinzesssinnnen? Ich komme nicht recht los von den Waffen – typisch Mann odrr? – (U-Boote s. Ausgabe Nr. 1), Pistolen (s. Ausgabe Nr. 4) und jetzt womöglich noch Gewehre.


Warum haben die Ritter etc. ihre Waffen früher so unglaublich verziert? Ging es um schöner Sterben? Wenn jetzt wieder Leo(parden) 2 reaktiviert werden, kriegen die dann Schmetterlingsaufkleber als Bio-Tarnung? Allein schon die Namensgebung der Todesmaschinen: „Leopard“, „Gepard“, „Marder“. Wo bleiben denn da die Tierschützer? Sind alles Tiere, die nicht als Pelzmantel enden sollen? Da waren die Russen ehrlicher. Die Todesmaschinen wurden durchnumeriert bis T (Todesmaschine) 99. Oder die Schöpfer des G 36 („Geh 36 cm nach links, dann treff ich Dich!“). Gibt es in der Waffenindutrie Schönheitsdesigner? Oder ist die Schönheit ein automatisches Resultat von „form follows function“? Wenn es z.B. um Schnelligkeit unter Wasser geht, dann hat der Schwertfisch mit seinen 100 km noch seine spitze Nase vorn und er sieht verdammt gut aus. Gilt das auch für das neue (das 6.) Atomuboot für Israel? In Groß-Britannien gibt es nur vier Stück davon und die klugen Schotten wollen bei den Dingern
gerne für immer die Schotten dicht machen. Wegen der Schönheit?

Ich hoffe, dass die Erlaubnis zum Export der Seerohrgurke Günther Grass nicht den Rest gegeben hat, wo er als Steuerzahler von seinem Nobelpreis auch noch an einem Drittel der Schwimmdose beteiligt ist. Wenn der israelische Verteidigungs- oder Angriffsminister auch nur etwas Stil hat, dann wird er das U-Boot „Günther Grass“ taufen. Aber lieber nicht von orthodoxen Popen, das war bei der griechischen „Papanikolis“ schon schief gegangen. Wie viele Minen, also nicht die aus Graphit von Faber Castell, kriegt man wohl für so eine Seegurke? Wenn so ein Ding auf eine Tiefseebrausetablette läuft, dann machts halt „Bumm!“ und die Atome liegen am Meeresboden. Dabei reden sie von atomarem Erst – oder Zweitschlag, als ob es um Cassius Clay gegen Sonny Liston ginge.

Es bleibt festzuhalten: ein Drittel des U-Boots gehört dem Deutschen Steuerzahler, wie auch einige Etagen der HSH Nordbank im Kieler Zentrum, die bekanntlich die Spartaler für viele U-Boote rausgehauen hat. Alles, was dem Steuerzahler gehört, sollte durch ein „G“ oder durch einen Kuckucksadler gekennzeichnet werden. Im Mittelalter nannte man Allgemeineigentum „Almende“. Ohne „Almende“ gibt es keine Wende und wir sind sehr schnell am Ende. Die Situation ist eine gänzlich andere als in Ausgabe 1. Da nicht alle Bürger gleichzeitig eine Mitfahrgelegenheit wahrnehmen könnten in dem U-Boot, müssten die Plätze in einer Lotterie zur Kunstförderung vergeben werden.

Wie das organisieren? Keine Ahnung.

Ich bin doch blöd.
Ben Siebenrock