26. Ausgabe, 06.06.2016


Liebe Kunstfreunde!

Die Kieler sind eine banale Bande.
Sie träumen vom Canale Grande.
Doch der verläuft im Sande.
Kiel ist nicht Venedig,
Was für eine Schande.
Niemeyer´s Kapelle für Schilksee
Oder doch eine Moschee
Nebenan in Strande?

Wie wär´s mit einem Salto
Vom eigenen Rialto.
Eine neue Holstenbrücke
Für Leute ohne Krücke
Das führt zu Bürgers Glücke.
Einen Nachbau, aber haargenau,
Diesmal eher preussisch schlau
Als tiefgefrorener Fertigbau
In dezentem Schiefergrau.

Von Venedigs engen Gassen
Sollten wir die Finger lassen.
Kiel lebt, wo ich wohne,
Von der Uralt-Fussgängerzone.
Es reichen die Kieler Wochen,
da kommen viele angekrochen.
Zum Fressen, Saufen, Kotzen.
Wozu mit Baukunst protzen?


Aber der eigentliche Canale Grande, der größte der Welt, ist der Nordostseekanal. Da ist immer was los. Gerammte Schleusentore, einstürzende Hochbrücke, Schwebefähre rammt Frachter, Selbstmörder, die sich von Brücken stürzen etc.

Für Auswärtige die neueste Story: Es kam raus, dass zwei Angestellte? Beamte? Freiberufler? Zeitarbeiter Touristen? des israelischen Geheimdienstes sich am Kanal festgefahren hatten. Der nächste Bürgermeister holte die Polizei und ließ sie rausschleppen. Im Kofferraum wurden Maschinenpistolen gesichtet (Marke UZZI oder Heckler & Koch?). An selber Stelle starben im Kalten Krieg zwei Briten bei einem Manöver, weil Ihnen keiner gesagt hatte, dass sie Schwimmwesten anlegen sollten. Wie verhext. Was hatten die Herren vor? Sie wollten und sollten ein frisches U-Boot (was habe ich mit U-Booten zu tun?) für ihr Mutterland durch den Kanal begleiten. Schmeisst da von einer Brücke jemand mit Lehm? Der sollte sich was schäm! Gar ein Turmspringer? Ein U-Boot hat einen Turm und keine Brücke. Sonst springt man vom Turm. Hier könnte ja jemand von der Brücke auf den Turm springen. Oder mit Kieselsteinen „Pling-Pling“ spielen wie in „Das Boot“. Alles kam raus, weil die Männer ihre Abschleppgebühr nicht bezahlt hatten. Folglich hing der Bürgermeister die Sache an die große Glocke. Ob wegen des Vorfalls das U-Boot gebremst hatte, scheint unwahrscheinlich. Schutzlos ist der Neubau für schlappe 500 Millionen in die Nordsee entwichen. Die Werft hätte so gerne auch U-Boote für Australien gebaut, aber der Erbfeind aus Frankreich hat alles versaut.


Es ist Zeit, auf Wetterhähne umzusatteln.

Alles Gute!
Ben Siebenrock