19. Ausgabe, 08.10.2015


Liebe Kunstfreunde!

„Komm Peter, Tänzchen!“ es wäre die Aufforderung zum Tänzchen in einem Feldzug gegen ein sich wie ein Trojaner vermehrendes Wort, das die Römer mit einem Langzeitzünder nach Nordeuropa gebracht haben: „KOMPETENZ“.

Das Wort fängt ja mit einem aufforderndem Auftakt an, aber die Enz – Zeit – Endung, die an „Endzeit“ oder „Entzug“ gemahnt, verspricht nichts Gutes. Kann das Wort „Fähigkeit“ oder „Befähigung“ in einem 5000 Seiten Konzept aus dem Kulimuliministerium zur neuen Bildungsoffensive „HOCHDEUTSCH FÜR UNGELIEBTE INLÄNDER“ dem Wort „KOMPETENZ“ das Wasser reichen? Was waren das noch für Zeiten, als der König Johann von Sachsen ein Sprachwissenschaftler war. Ein Politiker! Der hätte das Wort mit einem Befehl verbieten können. Am liebsten auch noch das Wort „ZERRTIERVIERKAT“ gleich mit.


Und was ist eigentlich mit Phrasen wie: „Den Bürger da abholen, wo er ist …“ ? Da gibt es ja nun einen Schauder im Nacken, weil die Deutschen das Abholen, vor allem morgens um halb fünf schon mal perfektioniert hatten. Auch sollte man seine Hasenlöffel polieren, wenn jemand meint: „Wir müssen …“ Besonders aus dem Mund von Politikern. Sie benutzen sehr ungern den Möglichkeitsfall „… Wir müssten …“ – unmöglich!


Wozu überhaupt noch den Duden benutzen?

Aufgeschnappter Dialog: „Kann Dein Sohn mit seinem Kernschmelzeverhinderungsstrategiekompetenzzerrtiervierkathalysator mir nach dem Tennis die neue Softwär zeigen? Hat der eigentlich schon sein Lebensberechtigunszerrtiervierkat (kurz: LBZ)?“

Oder die zwei Mädels am Strand von Jamaica: „Ich nehm den und Duden!“ Ohne Sprachbarriere keine Berufskarriere.

Alles Gute!
Ben Siebenrock