11. Ausgabe, 24.05.2015


Liebe Kunstfreunde!

ZITATE:


Hier die Grundregel für alle Kunstmaler:
„Man darf nie verlernen, die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen.“
Henri Matisse


Hier die Grundregel für alle Bildhauer:
„Man darf nie vergessen, die Welt mit den Augen eines Blinden zu sehen“.
Ben Siebenrock


Hier die Grundregel für alle Bergbauern:
„Im Bergbau meiner Textkörper entstehen Wortskulpturen, die sich, am Gipfel des Universums angelangt, in Kaskaden reinsten Glückes auflösen, die Lebenden der wenigen Leser, die meine Reise ins Nirwana mit mir unternehmen, umspülend wie Nektar.“

Der obige Punkt-Komma-Strich-Satz stammt von einer z.Z. recht bekannten Verdichterin oder besser Verdünnerin, die ihre geistigen Siegüsse nur in hochpotenzierten homopathischen Dosen auf die Öffentlichkeit losschickt. Ich möchte, dass sie anonym bleibt, obwohl sie mal einen genialen Text eingedickt hat („Blühmt werden“). Wer dieser Reiseleiterin ins grammatikalische Nirwahna folgt, muss damit rechnen, dass der Gipfel des Universumpfs anfängt zu beben und auf der optischen Gerhard-Richter-Skala verschwimmt.

Sind das nun „Worte aus Stein“ (Adolf Hitler über das Reichstagsgelände) oder „Steine aus Worten“? Oder geistiger Füllsand? Ich habe den Satz mal in 38 Sprachen kettenartig weiter übersetzt. Dann klingt der Satzanfang so: „Im Zwergbau reiner Dreckskörper verwehen Mordschulkuren wie mich, am Zipfel …“

Es gibt mittlerweile viele Blldhauer, die erkannt haben, dass Worte mindestens dreidimensionale Erscheinungen sind (z.B. Frank-Jörg Haberland). Die Anzahl der Dimensionen lassen sich theoretisch bis auf 11 ausbauen, wenn man rechnen kann. Ich bin ja nicht Einstein sondern höchstens ein Stein.


Frage des Tages:
Können Künstler in Schleswig-Holstein auch was anderes als Realismus und minimalistische Konzeptkunst? Hinweise erwünscht.


Ich wollte ja nix mehr zur Kieler Wegwerft schreiben, aber Tatsache ist: Vierzehn Tage nachdem die KängU-Boot Interessenten aus Australien in Kiel waren, kam der israelische Präsident mit dem gleichen Ansinnen an die Förde. Es war kein Himmelfahrtskommando, obwohl 2000 Polizisten in Gange waren – es war einen Tag vor Himmelfahrt. Alles Zufall? Geht es um U-Boot sharing? Ihr nen Monat, wir nen Monat? Geld haben beide nicht. Für drei Picassos kriegt man schon ein U-Boot. Der Unterschied: Die Picassos haben in den letzten Jahren sehr an Wert gewonnen, während eine Unterwasserzigarre nach 20 Jahren nix mehr wert ist und dabei hoffentlich keine verbrannte Tiefseeerde hinterlassen hat.

Ich bin heute blöd wie ein Pfingstochse.
Ist der ganze Geist schon vergossen?
Geniessen Sie Pingsen dennoch unverdrossen!

Ben Siebenrock