1. Ausgabe, 08.03.2015


Liebe Kunstfreunde!

Über Kunst zu diskutieren oder gar darüber zu diskutieren, ob es angebracht sei, über Kunst zu diskutieren ist ein weit verbreitetes Undingsda. Es herrscht eine diktatorische Schluckmentalität vor, die kein passendes Spülgetränk für die hammerharten Brocken oder den entsprechen Schleim vorsieht. Was in öffentlichen Kunsttempeln (oft zu erkennen an griechischen Säulen) präsentiert wird ist gültig – Basta.

Das geht mir auf den Döz und darum: Mach ich jetzt mein eigenes Blatt – nennt man es einen Block (damit kenn ich mich aus) oder ein geistiges Trockendock zur Reparatur der Heimatgefühle.

Dieses Sonntagsblatt ist kostenlos aber hoffentlich nicht umsonst.


1. Thema

Kiel und seine riesigen Schwimmdosen, man nennt sie auch U-Boote, eines der wenigen Produkte, mit denen Kiel weltweit Berühmtheit erlangt hat. Immerhin handelt es sich um dreidimensionale Gebilde, also in so fern der Bildhauerei durchaus verwandt. Bildhauerei ohne Griechenland – das geht gar nicht, aber Griechenland ohne U-Boote, das geht sehr wohl.

Also hier kommt mein Lösungsvorschlag mit einer Kapital-List, die man eigentlich von Thyssen-Krupp erwartet haben dürfte: Die U-Boote, die für einige Millarden nach Griechenland geschwommen sind (und das schon seit der Militärdiktatur dort), werden zurückgekauft. Irgendwo muss die Patte doch geblieben sein! Bis auf die Korruptionsbeträge könnte Griechenland noch ein stattliches Sümmchen zurückkriegen, denn die Schwimmdosen sind ja weltweit gefragt s.o., es sei denn die Wegwerftler haben ihre Profite den Bach oder die Schwentine runtergehen lassen und können die Griechen nicht auslösen.

Also: Griechenland würde es finanziell um einiges besser gehen. Sie könnten mit dem Polster mal wieder mehr Kunst machen, um mehr Touristen anzulocken oder Europa wie früher dadurch zu inspirieren. Das haben sie sträflich vernachlässigt in den letzten 2000 Jahren. Auch tausenden Arbeitslosen könnte man eine Tätigkeit als Steinmetz oder Künstler anbieten. Das Material liegt günstig vor der Tür.

Aber was soll dann hier mit den gebrauchten U-Booten passieren? Jetzt kommt´s: Bei Airbus in Hamburg so umbauen, dass viele Sitze hineinpassen. Und dann die U-Boote an die Schlepper südlich des Mittelmeeres verkaufen, die damit einen gepflegten Flüchtlings – Shuttle nach Norden garantieren könnten. Eine lebenserhaltende Aufgabe für die Schiffe, das wär doch mal ein positiver Ansatz statt der todbringenden Absicht.

Vielleicht steigen da dann auch griechische Reeder wieder ein bei den Verdienstspannen, die dort locken. In Riminni oder so am Strand können die auftauchen und alle wären glücklich.

Aber wie ich die Idee in die Praxis umsetzen soll, ich weiß es nicht.

Ich bin doch blöd.
Ben Siebenrock


Leserbrief von Herrn U. H. aus der Nähe von Shanghai zur 1. Ausgabe vom 08.03.2015: „Man sollte Griechenland an die Türkei verkaufen, dann wäre auch gleich der Zypern Konflikt gelöst.“

Ich finde das sehr bedenkenswert, aber es könnte vielleicht an einer gemeinsamen Währung scheitern.

Ich bin doch blöd.
Ben Siebenrock